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Ein schwäbischer Tüftler legt los

Die Entwicklung des Automobils ist in Deutschland vor allem mit zwei Namen verbunden: Carl Benz, der das erste dreirädrige Gefährt auf die Straße brachte, und Gottlieb Daimler, der in seiner Stuttgarter Werkstatt verschiedene Verbrennungsmotoren entwickelte und schließlich das erste vierrädrige Auto zum Fahren brachte. Die gemeinsam mit seinem Partner Wilhelm Maybach entwickelten Benzinmotoren galten von Beginn an als besonders schnelllaufend und effizient. Unter dem Namen Maybach werden auch heute noch Luxus-Karosserien entwickelt. Auch die Namen von Daimler und Benz sollten nach dem Tod Daimlers in einer eigenen Firma zusammenfinden: Die heutige Daimler AG trug für viele Jahre den Namen Daimler-Benz.

Eine tüchtige Seele

Trotz aller seiner Erfolge beim Auto, war Gottlieb Daimler das, was man gemeinhin einen Tüftler nennt. Er arbeitete an verschiedenen Motoren, zweirädrigen Fahrzeugen und Standuhren. Neben der Straße wollte er aber auch den Luftraum erobern und erschuf im Jahr 1886 ein Luftschiff. Ihm war das Entwickeln neuer Fahrzeuge nie nur ein Broterwerb, sondern vor allem eine große Leidenschaft. Trotz seiner langjährigen Tätigkeit in der eigenen Firma wurde Gottlieb Daimler mit seinem Geschäft nie wirklich reich. Er lebte zwar in bescheidenem Wohlstand, nicht aber in übermäßigem Luxus. Der wirkliche Siegeszug des Autos begann dann auch erst nach seinem Tod im Jahr 1900. Im Ersten Weltkrieg zeigte sich erstmals, wie wichtig Fahrzeuge für die Kriegsindustrie sein können. Und das, obwohl der deutsche Kaiser Wilhelm II. noch einige Jahre zuvor betont hatte, er glaube an das Pferd und halte das Auto nur für eine vorübergehende Erscheinung im Alltag.

Der Name Daimler

Auch abseits des Daimler-Konzerns ist der Name des schwäbischen Tüftlers in aller Munde. Viele Institutionen in und um seine Heimatstadt Schorndorf tragen den Namen Daimler. Hinzu kommt ein Berg in der Antarktis mit dem vielsagenden Namen Mount Daimler. Und selbst das Stadion eines ehemaligen Fußball-Bundesligisten, des VfB Stuttgart, trug einst den Namen Gottlieb Daimlers.

Die heutige Daimler AG

Als große Aktiengesellschaft hat der Konzern Daimler heute nur noch wenig mit der Firma zu tun, die Gottlieb Daimler in den Gründungsjahren führte. Das Unternehmen hat sich weiter spezialisiert und internationalisiert, sodass heute längst nicht mehr jedes Auto in Untertürkheim oder Sindelfingen produziert wird. Standorte von Daimler gibt es unter anderem in den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China. Anteilseigner aus Kuwait bestimmen über das Geschehen ebenso mit wie Großinvestoren aus den USA wie zum Beispiel BlackRock.

Das Auto für alte Männer?

In Deutschland hängt Daimler der Ruf an, vor allem Modelle für alte Männer zu produzieren. Entsprechend ist man seit geraumer Zeit darauf bedacht, die Zielgruppe der eigenen Autos zu erweitern. Man spricht nun ein jüngeres Publikum an und hat sich mit Nico Rosberg ein bekanntes Gesicht für die Werbung ausgesucht. Günstiger sind die Produkte aber nicht geworden.

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