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Mehr Gemeinschaft, weniger Individualität?

Was der Einzelne nicht schaffen kann, ist in der Gemeinschaft oft möglich. So oder so ähnlich lauten verschiedene Lebensweisheiten, die sich in der Praxis kaum negieren lassen. Doch was Autos betrifft, kann man sich durchaus fragen, ob wir nicht wieder mehr Individualität benötigen.

Carsharing als neuer Trend

Carsharing ist eine recht neue Möglichkeit, ein einzelnes Auto mehreren Parteien zur Verfügung zu stellen. Das Prinzip geht wie folgt: Der Anbieter des Carsharings erwirbt einen Fuhrpark und stellt eine Internetseite zur Verfügung, die sämtliche Kunden nutzen können. Auf dieser kann dann eingegeben werden, wann ein Fahrzeug beispielsweise zur Erledigung des Wocheneinkaufs benötigt wird. Anschließend bekommt man den Autoschlüssel und kann das Kfz für die benötigte Dauer zu einer festgelegten Summe nutzen. Auf recht kreative Weise wird so versucht, Individualität mit Gemeinschaft zu verbinden. Es handelt sich um eine moderne Umsetzung des Konzeptes, das eigene Auto beispielsweise dem Nachbarn oder einem Freund zur Verfügung zu stellen.

Bleibt die Individualität auf der Strecke?

Wenn wir immer mehr dazu angehalten werden, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen, sind wir sicherlich nicht mehr so flexibel, was die Gestaltung unserer Freizeit betrifft. Wir müssen uns strikt an den vorgegebenen Fahrpläne ausrichten und sind gegenüber Verzögerungen oder Ausfällen weitestgehend machtlos. Individualisten kritisieren daher eine gesellschaftliche Entwicklung, in der der Einzelne immer weniger, die Gemeinschaft aber immer mehr bedeutet.

Mit fremdem Chauffeur in den Urlaub

Neben dem Carsharing gibt es auch eine weitere, innovative Möglichkeit, das eigene Fahrzeug anderen zur Verfügung zu stellen. Die französische Plattform Bla Bla Car hat ein Programm entwickelt, mithilfe dessen sich fremde Fahrgäste bei registrierten Fahrern einen Platz sichern können. Die Plätze im Auto werden so vollständig und damit ökologisch genutzt. Die Preise sind außerdem gedeckelt, sodass der Fahrer vor allem seine Spritkosten wieder hereinholt, aber nicht zu viel zusätzliches Geld scheffelt.

Die Verantwortung beim Fahren

Als Individualität bezeichnet man das Gegenteil von Gemeinschaftsdenken. Eine Person trifft ihre Entscheidungen selbstbestimmt und braucht niemanden, der ihr sagt, wo es langgeht. Einerseits geht Individualität mit einer größeren Freiheit einher, andererseits erfordert sie aber auch, Verantwortung zu übernehmen.

Das Autofahren ist ein Paradebeispiel hierfür. Wer mit seinem eigenen Gefährt von A nach B kommt, hat zwar persönlich viel mehr Möglichkeiten, muss im Interesse seiner Mitmenschen allerdings auch Dinge beachten. Zuvorderst wäre da der Verzicht auf Alkoholkonsum vor einer Fahrt. Auch eine Übermüdung am Steuer darf nicht vorkommen. Bereits in der Fahrschule lernen künftige Autofahrer, dass sie im Falle von Müdigkeit ihr Fahrzeug bei der nächsten Gelegenheit am Straßenrand parken müssen. Fatalerweise können selbst kleine Fehler am Steuer ausreichen, um riesigen Schaden anzurichten. Zu Tode gefahrene Kinder sind da nur die Spitze des Eisbergs. Die weltweite Zahl der Unfallopfer steigt parallel mit der Anzahl zugelassener Fahrzeuge.

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